Zu Besuch bei Foto Wolf in Dresden

Zu Besuch bei Foto Wolf in Dresden

Im Dresdner Nordosten, auf dem „Weißen Hirsch“, gibt es seit zig Jahren einen Fachhändler für Fotografie und Zubehör. Foto Wolf ist in Dresden eine anerkannte Instanz.

An einem Sonnabend Spätvormittag mache ich mich auf den Weg. Meine Wunsch-Auswahl konnte ich etwas enger fassen, die Fuji X100S/T will ich mir auf jeden Fall anschauen. Gleichzeitig bin ich sehr gespannt, was der Berater noch auf den Tresen packen wird. Ein Limit habe ich auch, ich will maximal um 1.000 Euro herum ausgeben.

Ein Verkaufsgespräch

Der Laden ist gut gefüllt, es findet auch gerade eine Aktion eines größeren japanischen Kamera-Herstellers statt. Ich finde nach 2 Minuten einen freien Verkäufer, und erkläre ihm mein Anliegen.

Er greift die behutsam ausgelegten Fäden auf, und packt mir diverse Edelkompakte und Systemkameras auf den Tisch. Eine X100T ist auch dabei…

Wir diskutieren Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme. Alle Sucherlosen Kameras sortieren wir schnell aus – ohne Sucher wird das nichts.

Die X100T…ist schon ein feines Stück Technik. Die erste Kamera ist leider technisch defekt. Ein schnell herbeigeholter Ersatz funktioniert aber. Ich versuche mich mit der Kamera anzufreunden. Ich hatte „Festbrennweite“ vorgegeben als Wunsch. Bei der Fuji ist das eine Festbrennweite im 35-mm-KB-Äquivalent. „Ist doch genau, was Sie suchen?“ – legt der Verkäufer sein Netz aus. Ja, eigentlich schon. Aber die Linse ist nicht nur Festbrennweite, sondern „fest an der Kamera dran“. 99% meiner Fotos werde ich damit schießen können, aber dieses 1% wo 35mm zuviel oder zuwenig sind…

1h später bin ich ein wenig schlauer. „Nachlass? Schauen Sie mal auf den Gebrauchtmarkt, da gibt es nichts. Daher gibt es auch keinen Nachlass! Wer eine Fuji kauft, gibt die nicht wieder her…“ Ich habe auch das Angebot, eine X100S zu bekommen für 950 EUR. Aber den Vorgänger kaufen? Ich weiß ja nicht. Ich lasse mir die X100S und eine X100T zurücklegen, bis Montag mittag. „Ja, ich melde mich auf jeden Fall! Ja, versprochen!“.

Auf dem Heimweg mache ich einen Zwischenstop bei einem Elektronik-Discounter. Ich muss nochmal Kameras anfassen, ohne einen Verkäufer neben mir. Im Discounter geht das immer ganz gut, denn die in rot gekleideten Mitarbeiter sind meistens chronisch überlastet…sagen sie zumindest. Ich fasse viele Kameras an, auch eine von Olympus. Eine Verkäuferin fragt, ob sie helfen könne…oha. „Nein, noch nicht. Danke!“. Ich fasse weiter an, probiere. Gehe nochmals die Runde um den Präsenter. Irgendwas lenkt mich zum dritten Mal Richtung Olympus OM-D E-M10 MarkII…

Und nun?

Wieder zu Hause, mache ich mich über Vergleiche zwischen der X100T und der X100S her. Die „S“ kann ich relativ schnell ausschließen, über den an der S nicht vorhandenen Hybrid-Viewfinder zum Beispiel. Jetzt vergleiche ich weiter: Fuji X100T vs. Olympus OM-D E-M10 Mark II.

Ich lade mir RAW-Files aus dem Netz herunter. Für die X100T frage ich meinen Kumpel nach Beispielen. Die technische Qualität der Fuji ist richtig gut. Aber Olympus kann gut mithalten. Der Vorsprung der Fuji ist da, aber man muss schon genau hinschauen.

Die Olympus begeistert mich. Der elektronische Sucher ist richtig gut, ich würde einen optischen Sucher nicht vermissen. Ein Pluspunkt ist auch die Verfügbarkeit guter Linsen. Was mich aber wirklich umhaut: ich kann sie (fast) exakt wie meine Nikon bedienen. Das ist wichtiger, als man glauben mag. Gerade im Dunkeln ist es ein großer Vorteil, wenn man nicht suchen muss sondern den richtigen Knopf auch erfühlen kann. Die zwei Bedienräder (Daumen und Zeigefinger) sind gut positioniert und griffig. Der Auslöser ist da, wo er hingehört. Das Moduswahlrad ist so positioniert, dass man nur schwer aus Versehen umstellen wird.  Der Sensor zum Umschalten von Viewfinder auf Display und zurück funktioniert hervorragend. Kamera ans Gesicht nehmen, Display aus. Wieder wegnehmen, Display an. Auf dem Display kann ich den gewünschten Fokuspunkt per Touch bestimmen, auch die Größe des Fokusfeldes. Das Gehäuse fühlt sich ähnlich edel an wie das der Fuji, und ist trotz der „Kleinheit“ der Kamera griffig. In Silber versprüht die Kamera den selben Retro-Charme wie die Fuji. Kurz: ich finde bei der Olympus keine wirklich mich störenden Dinge! Ja, gut, der Sensor ist ne Nummer kleiner bei der Olympus. Werde ich das in der Praxis merken? Ich glaube…eher nicht.

Die Fuji hat aber doch das Manko des fest eingebauten Objektivs. 400 Euro teuer ist sie auch.

Ich lese weiter Berichte, schaue Videos, vergleiche…und mache am Montag Vormittag wie versprochen einen Anruf bei Foto Wolf…

Bild-Nachweis: Foto Wolf Dresden

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